Scott alias – Shantibaba – von der Mr.Nice Seedbank

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Scott: Um weibliche Samen herzustellen, braucht es nur eine weibliche Pflanze und etwas Chemie, mit der die Pflanze dazu ge­bracht wird, sich selbst zu befruchten. Das hat nichts mit Züchten zu tun, weil hierbei nur die Gene der Mutterpflanze im Spiel sind. Un­ter „Züchten” verstehe ich, eine starke männ­liche Pflanze mit einer ausgesuchten weib­lichen Pflanze zu kreuzten. Dabei entstehen neue genetische Kombinationen, also neue Sorten von Pflanzen. Wenn es gelingt, derar­tige Pflanzen durch gezieltes zurückkreuzen zu stabilisieren, hat man eine neue Sorte ge­züchtet. Was die zahlreichen Samenbanken für feminisiertes Saatgut da machen, würde ich eher als „kopieren” bezeichnen.

grow! Stellt das ein großes Problem für dich da?

Scott: Es hat mich anfangs schon geärgert. Immerhin dauert es Jahre intensiver Arbeit, bis eine Sorte wirklich gut und ausgereift ist. Wenn ich dann sehe, wie schnell es meine neuen Sorten als weibliche Varianten im In­ternet zu kaufen gibt, frage ich mich schon, ob es noch fair zugeht im Hanfsamenbusiness.

grow! Ja, dass ist schon hart. Und du kannst nicht einfach den Patentanwalt anrufen und Abmahnungen verschicken lassen?

Scott: Das würde ich wahrscheinlich auch nicht machen, wenn das ginge. Mir geht es nicht ums Geld, dann müsste ich mich sicher sehr ärgern. Ich denke mir, dass es wenig­stens eine gute Genetik ist, die auf diese Wei­se verbreitet wird…

grow! Und was dich betrifft, Züchtest du heu­te auf andere Eigenschaften als früher, oder hat sich in dem Punkt nichts verändert?

Scott: Allerdings, da hat sich einiges getan. Früher, wir reden von Mitte der Neunziger Jah­re, als die White Widow ihren Hype erlebte, ging es beim Züchten von Cannabis um mög­lichst hohe THC Werte. Das war ein richtiger Wettlauf. Jeder wollte das stärkste Marijuana im Sortiment haben. Irgendwann waren aber Werte erreicht, da machte es keinen Unter­schied mehr, ob sie noch höher wurden. Der Effekt war bereits so stark, stärker war schon unangenehm.

Ich denke, dass es nicht wirklich wichtig ist, dass eine Grassorte möglichst hohe THC Wer­te hat. Es geht viel mehr um das Zusammen­spiel der unterschiedlichen Wirkstoffe, und um Aroma und den Geschmack. Ich will kein „Rauschmittel”, sondern ein Genussmittel zur Verfügung stellen, dass auch als Heilmittel für den medizinischen Einsatz geeignet ist.

In dem Zusammenhang interessiert mich be­sonders die Produktion des CBD, da dieses Cannabinoid für viele medizinische Effekte verantwortlich ist. Aktuell arbeite ich an einer Sorte, die ein THC zu CBD Verhältnis von i zu i haben soll. Ich hoffe, dass sie bis September fertig ist.

grow! Das hört sich spannend an. Für viele medizinischen Anwender von Cannabis könnte das sehr interessant sein.

Scott: Das denke ich auch, zumal es bereits Medikamente wie Sprays mit einem THC zu CBD Verhältnis von i zu i gibt.

grow! Wenn die Sorte fertig ist, können wir gerne darüber berichten.

Scott: Das ist nett, ich werde euch auf dem Laufenden halten…

grow! Hast du sonst noch neue Sorten in Pla­nung?

Scott: Nichts worüber ich schon erzählen könnte. Überhaupt habe ich den Eindruck, dass in den letzten Jahren wenig neue Sorten auf den Markt kommen, nur feminisierte Vari­anten von altbewährtem Material.

grow! Liegt das nur an den weiblichen Sa­men?

Scott: Ich denke, dass hängt mit dem Verbot von Cannabis und dem unregulierten Markt zusammen. Jeder kann tun und machen was er will. Und wer am wenigsten Skrupel hat, kann am meisten Geld verdienen. Es gibt kei­ne Qualitätskontrollen, und den Samen sieht man von außen seine Qualität nicht an. Miss­brauch ist da quasi vorprogrammiert.

grow! Ist das Marijuana von weiblichen Sa­men schlechter als von normalen?

Scott: Das kann ich dir nicht sagen, da ich keine weiblichen Samen verwende. Auch in meinen Bekanntenkreis setzt es niemand ein. Aber das wäre sicher einen Versuch Wert, um diese Frage zu klären. Ich kann mir vorstellen, dass auch weibliche Samen zu schönen Pflan­zen und einem guten Endprodukt werden kön­nen.

grow! Aber du bist trotzdem skeptisch?

Scott: Meiner Meinung nach sind feminisier­te Samen nur etwas für Leute, die zu faul