Samenproduktion

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Schickt man Hanfpflanzen in die Blütephase. werden sich Pflanzen aus regulärem Saatgut in den ersten zwei Wochen nuten und ihr Geschlecht preisgeben. Males unterscheiden sich von weiblichen Pflanzen nicht nur in der Blütenform, sondern auch etwas im Wuchsverhalten. Oft zeigen männliche Pflanzen grössere Nodienabstände. ein weniger verzweigtes aber dafür schnelleres Wachstum und eine geringere Anzahl an Blättern und grossen Sonnensegeln.

Das hat einen einfach Grund. Der männliche Pollen kann auf diese Weise leichter von den Male zu den Female Pflanzen gelangen und die dort wachsenden Blüten bestäuben. Bei grösseren Nodienabständen und weniger Blättern gelangt der Pollen ohne grosse Hindernisse auf die Blü­ten der Damen. Auch die Höhe der männlichen Pflanzen ist ein Vorteil. Der Pollen kann auf diese Weise leichter auf die kleineren weiblichen Pflanzen fliegen und die dort vorhandenen Blütenkelchen bestäuben.Natürlich reichen diese möglichen Merkmale nicht aus, um schon in der Wachstumsphase männliche Pflanzen selektieren und von den Females unterscheiden zu können. Dafür spielen die äusseren Bedingungen und die daraus resultierenden Phänotypen eine viel zu grosse Rolle.

(login oder registriere dich um links zu sehen)Gerade bei einem Indoorgrow ist es schwer Wachstumsunterschiede auszumachen, wogegen sich beim Outdooranbau die verschiedenen Wuchseigenschaften viel deutlicher abzeichnen.

Drei bis vier Wochen nach dem Einleiten der Blüte werden die männlichen Pflanzen kurz vor dem Höhepunkt der Blütephase stehen. Die männlichen Pollensäcke werden immer dicker und öffnen innerhalb von nur wenigen Stunden ihre Deckblätter. Kurz danach werden die sechs Pollenkammern, in denen sich der männliche Pollen befindet, den Blütenstaub an ihre Umgebung abgeben.

Zwei bis drei Tage vorher werden die Pollensäcke einen leicht gelblichen Schimmer annehmen und auf diese Weise zeigen, das sie mit Pollen gefüllt sind und die Öffnung kurz bevor steht. Es kann sehr hilfreich sein wenn man reife Pollensäcke 1-2 Tage vor ihrer eigentlichen Öffnung er­kennen könnte. Ich denke da vor allem an schwierige STS-Projekte, bei denen die weiblichen Pflanzen nur einzelne und mit wenig Pollen gefüllte Säcke ausbilden. Das per Hand sammeln kann anstrengend sein, doch wenn man nur wenige Seeds braucht ist es eine Möglichkeit doch noch potenten Pollen zu ernten, zumindest besser als ein abgebrochenes STS-Projekt bei dem kein einziger Samen entstanden ist.

Wenn reguläre männliche Pflanzen auf dem Höhepunkt ihrer Blüte den meisten Pollen abgeben, brauchen die weiblichen hingegen noch 2-3 Wochen länger. Wenn man viele Samen produzieren will, hat es sich als Vorteil erwiesen wenn man alle weiblichen Pflanzen 7-10 Tage früher in die Blüte schickt. Der Grund liegt darin, dass beide Geschlechter sich gleichzeitig auf dem Höhepunkt der Blüte befinden. Die männlichen Pflan­zen geben den meisten Pollen ab und die Damen haben die grösste Anzahl an befruchtungsfähigen Griffeln.

Solange die Griffel eine schöne weisse Farbe haben und man die kleinen Häarchen auf ihnen erkennen kann, solange kann man einen Blütenkelch befruchten. Dafür reicht ein einziges Pollenkorn aus. Wenn man als Grower mal Samen herstellen und seine eigene Sorte züchten will, muss man sich zuerst einmal fragen was und vor allem wie viel (login oder registriere dich um links zu sehen)Samen man am Ende ernten will. Wenn man nur wenige Seeds für den nächsten Growdurchgang benötigt, reicht es aus wenn man den männlichen Pollen mit einem einfachen Pinsel auf die weiblichen Blüten aufbringt. Viele Grower bestäuben auch nur einzelne Triebe, denn auch so ist es möglich 30-100 Samen zu ernten und trotzdem noch jede Menge samenfreies Gras heraus zu bekommen. Breeder produzieren tausende von Samen und bestäuben somit auch mehrere komplette Pflanzen. Auch hier gibt es mehrere Methoden. Viele lassen den Male im Growraum stehen und bla­sen mit einem Ventilator den Pollenstaub auf die Blüten der weiblichen Hanfpflanzen. Dieser Vorgang kann (login oder registriere dich um links zu sehen)über mehrere Tage hinweg durchge­führt werden. Andere sammeln den Pollen und tragen ihn mit einem Pinsel auf die Blüten auf. Diese Art des Bestäubens bedeutet einen erheblich grösseren Zeitaufwand, allerdings kann man auf diese Weise die Blüten­stände der Damen besser und vor allem genauer bestäuben und de­mentsprechend auch mehr ernten. Die Pinselmethode setzt aber voraus, dass man den Pollen irgendwo aufgefangen hat. Doch wie stellt man das am besten und einfachsten an? Der Pollen soll ja auch so gelagert werden, damit er fruchtbar bleibt.

Die Methode die sich durchgesetzt hat ist die „Tüten-Bestäubung“. Es gibt bei jedem Bäcker verschieden grosse Tüten, die aus dünnem Papier bes­tehen. Diese können je nach Bedarf über die einzelnen Triebe der männli­chen Pflanze gezogen werden. Es ist am besten die grossen Blätter und Sonnensegel zu entfernen, um keine unnötige Transpirationsfeuchte in der Tüte zu fangen. Jede Art von Feuchtigkeit ist für den Pollen alles andere als vorteilhaft und kann innerhalb von kürzester Zeit zur Sterilität führen. Hat man die Tüte über den Trieb gezogen, kann sie im unteren Bereich mit einem kleinen Draht oder einem Gummi gut verschlossen werden. Es ist von Vorteil wenn die besagten Tüten transparent sind oder zumindest über ein kleines Sichtfenster verfügen. Die Tüte lässt man nun für 2-3 Tage auf der Pflanze. Bevor man sie wieder abzieht, kann man nochmals kräftig am Trieb schütteln damit auch wirklich soviel Pollen wie möglich aus den männlichen Blüten heraus fällt und aufgefangen werden kann. Das verschlossene Ende der Tüte öffnen – die Pflanze leicht schräg halten – und die Tüte danach vom Trieb abziehen. Der gesammelte Pollen kann auf einem grossen Spiegel oder auf Alu-Folie ausgebreitet werden. Mit einer alten Bankkarte oder ähnlichem kann man nun den Pollen von dem restlichen Pflanzenmaterial und den leeren Pollensäcken trennen und vor­sichtig in ein Gefäss füllen. Sehr wichtig ist es nun den Pollen zu trocken. Die meisten benutzen dafür „Silikat Gel“, welches die Feuchtigkeit des Pollens sehr gut aufnimmt. Hat man kein Silikat kann man auch auf Reis zurückgreifen. Auch er besitzt die Eigenschaft viel Feuchtigkeit in sehr kur­zer Zeit aufnehmen zu können. Dazu legt man in das Gefäss, in dem sich der Pollen befindet, ein zweites kleineres, oftmals werden kleine Teller verwendet. Darauf legt man den Reis oder das Silikat Gel, je nachdem für was man sich entschieden hat. Nach 24-48 Stunden sollte die gesamte Feuchtigkeit vom Trocknungsstoff aufgenommen worden sein. Jetzt kann er im Kühlschrank gelagert werden. Die Haltbarkeit ist aber deutlich ein­geschränkt. Pollenstaub der aus einer männlichen Blüte fällt ist im Grow­raum ca. 4-6 Tage aktiv und kann weibliche Blüten bestäuben. Ist er im Kühlschrank möglichst dunkel gelagert, kann er auch nach 6-12 Wochen noch potent sein.

Einige Grower berichteten auch von bis zu 6 Monaten Lagerung im Kühl­schrank und trotzdem war es ihnen möglich weibliche Blütenstände zu bestäuben. Doch solche langen Zeiträume sind Ausnahmen die es immer wieder gibt. Das kann von Sorte zu Sorte unterschiedlich sein, auch die Art und Weise der Trocknung hat einen grossen Einfluss auf die endgültige Haltbarkeit und die Potenz des Pollens.

(login oder registriere dich um links zu sehen)Wenn man nur wenig Pollen sammeln kann, gibt es die Möglichkeit ihn etwas aufzustrecken. Ein einziges Pollenkorn reicht aus, um einen weibli­chen Blütenkelch mit seinen beiden Griffeln zu bestäuben. Das beste Streckmittel ist Mehl, welches man im Verhältnis 100:1 dazu geben kann. 100 Teile Mehl auf einen Teil Pollenstaub. Empfohlen wird aber eine maxi­male Dosierung von 20 Teilen Mehl auf ein Teil Pollenstaub.

Eine andere Möglichkeit ganze Pflanzen komplett zu bestäuben ist wieder die Tüten Methode. Nur dieses mal zieht man die mit Pollen gefüllte Bäckertüte über einen Trieb oder über die ganze weibliche Pflanze. Dabei wird der vorher gesammelte Pollen etwas aufgestreckt und in eine grosse Tüte gegeben. Diese muss gross genug sein damit man sie über die ganze Pflanze oder über mehrere einzelne Triebe ziehen kann. Nun kann man die Pflanze oder die Triebe schütteln, um den in der Tüte befindlichen Pollenstaub aufzuwirbeln damit dieser sich über die Blüten verteilen kann. Nach ein bis zwei Tagen kann man die Tüte wieder vorsichtig von der Pflanze entfernen. Die meisten Blütenkelche werden auf diese Weise bestäubt und bilden ein paar Tage später die ersten Samen aus. Eine erfolgreiche Bestäubung kann man vor allem an den weiblichen Griffeln erkennen. Die weissen Stigmen werden nach 2-3 Tagen eine braune Farbe annehmen und sich leicht krümmen. Sie werden dann genauso aussehen, als wären die Buds schon zehn Tage überreif.

Wie ich schon weiter oben geschrieben habe reicht ein einzelnes Pollen­korn aus, um einen Blütenkelch zu bestäuben. Fängt einer der beiden Griffel ein Pollenkorn auf, wird dieses an den feinen Haaren festkleben und innerhalb von ein paar wenigen Stunden keimen. Viele Grower glauben, dass der Pollen durch die Haare in das Innere des Blütenkelches trans­portiert wird. In Wahrheit wächst ein Pollenschlauch vom aufgefangenen Pollen selber, bis in das Innere des weiblichen Blütenkelchs, in dem das „Ovulum“ mit den weiblichen „Gameten“ befindet. Dieser ganze Vorgang passiert in 35-50 Stunden und hat das Absterben der Griffeln zur Folge. Doch wo die Griffel sterben, entsteht gleichzeitig neues Leben. In jedem einzelnen bestäubten Blütenkelch wird sich in den kommenden 45. Tagen ein Samen entwickeln, schliesslich ausreifen und die nächste Generation von Hanfpflanzen bilden.