Ob Balkon, Beet oder Böschung – Outdoor rules!

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Es wird Frühling und viele Grower werden sich freuen, dass sie nicht mehr gehalten sind, ihren Hanf mit erheblichem Aufwand und einigen Kosten im Verborgenen unter Kunstlicht zu kultivieren. Die Sonne ruft – Cannabis is coming home…

Die Sonne — bester Freund des Growers. Man sollte sich immer wieder vor Augen halten, dass Indoor-Growing nur deswegen so ver­breitet und populär ist, weil die Illegalität der Pflanze die Hanffreunde zum Rückzug in die verschwiegenen eigenen vier Wände gezwungen hat. Werden Obst-, Ge­müse, Zier- oder Gewürzpflanzen in fensterlosen Räu­men voller stromfressender High Power-Lampen und teurer Klimatechnik kultiviert? Natürlich nicht. Gegen die natürliche Sonne sieht jede Indoor-Lampe blass aus. Sonne ist kostenlos und unvergleichlich strahlungsin­tensiv. Outdoor rules01Üppige 100.000 Lux (Lumen/m2) kann sie in deutschen Breitengraden in der sommerlichen Mittags­helligkeit maximal freisetzen — weit mehr, als die Hanf-pflanze überhaupt verwerten kann. Im Winter hat die Sonne mit 9.000-20.000 Lux einen ca. zehn bis fünf Mal niedrigeren Wert, aber selbst damit ließen sich bei einer Südfensterkultur noch gute Ergebnisse erzielen.

Noch anschaulicher wird die Kraft der Sonne, wenn man ihre Leistung in Watt pro Quadratmeter definiert: Die Globalstrahlung der Sonne in Deutschland kann bis über 1.000 W/m2 betragen! (Unter Globalstrahlung versteht man die auf einen waagerecht gelegenen Qua­dratmeter Erdoberfläche auftreffende Sonnenenergie). 1.000 Watt pro Quadratmeter — für Indoor-Grower ein astronomischer Wert, aber auch ein absurder Wert, denn er würde die Lichtverwertungskapazität der Pflan­zen deutlich übersteigen. Aber selbst, wenn es bewölkt ist, liefert die Sonne noch exzellente Lichtpower. Hier eine Übersicht der Globalstrahlungsstärke bei unter­schiedlichen Himmelverhältnissen im Sommer:

– Sonnenschein, klarer bis leicht diffuser Himmel: 600­1.000 W/m2

– Sonnenschein bei leichter bis mittlerer Bewölkung: 300-600 W/m2

– Stark bewölkt bis nebelig: 100-300 W/m2

Angesichts solcher Zahlen wird sich manch einge­fleischter Indoor-Grower womöglich überlegen, ob er nicht „back to the roots“ geht und unter freiem Himmel sein Glück versucht. Theoretisch kommen für Outdoor-Growing sehr viele Orte in Frage: Auf dem eigenen Bal­kon, im eigenen Garten, im Wald, in Industriebrachen etc.. In der Praxis beschränken sich die Möglichkeiten, die man Outdoor rules04hat, allerdings meist auf ein oder zwei Optio­nen. Rocky Resin entschied sich im letzten Jahr, erst­mals ein Seitenbeet seines Gartens, in dem bis dahin nur zwei kleine Apfelbäume wuchsen, für die Kultur ei­niger Outdoorpflanzen zu nutzen. Das betreffende Beet befindet sich direkt an der Gartenmauer, wird aber ab dem späten Vormittag reichlich mit Sonne beschienen. Die Mauer schützt seine Outdoorpflanzen vor Sturm­schäden und den Blicken neugieriger Nachbarn. Auch die recht lichtdurchlässigen Kronen der beiden Apfel­bäume dienten als Sichtschutz, aber auch zum Teil als Regenschutz, denn bei schweren Regengüssen fingen sie das Gröbste schon mal ab, die darunter stehenden Hanfpflanzen wurden nicht so heftig vom Regen getroffen. Die im Beet vorhandene Erde war bereits von guter Gartenqualität, wurde von Rocky Resin aber im März mit untergehobenem Gartenkompost aus dem Vorjahr noch optimiert. Kompost ist genial für Freilandpflan­zen, weil er das organische Bodenleben fördert, die Bodenstruktur stark verbessert (bessere Belüftung des Bodens, bessere Wasserhaltekraft) und reichlich Nähr­stoffe einbringt. Außerdem wurden noch Hornspäne (organischer Stickstoffdünger mit langsamer Nährstoff­freisetzung) und Gesteinsmehl (enthält zahlreiche Spu­renelemente, Kalk, Kalium und Magnesium) unter den Boden gemischt. Rocky entschied sich für die neue Out­door-Sorte „Frisian Drew“ (Super Skunk x Purple Star) von Dutch Passion in feminisierter Form. Anfang Mai säte er fünf Samen Frisian Drew aus und kultivierte sie zunächst unter einer CFL-Leuchte und dann am Süd­fenster, um die Jungpflanzen an das natürliche Licht zu gewöhnen. Nach drei Wochen wurden die Pflanzen je­den Tag für einige Stunden länger in den Garten gestellt, um sich nach und nach an das direkte Sonnenlicht und die kühleren Temperaturen zu gewöhnen. Außerdem wurde durch die Windeinwirkung die Verholzung der Pflanzenstängel beschleunigt. Standfestigkeit ist eine wichtige Überlebensvoraussetzung für Freilandpflanzen. Anfang Juni wurden die fünf Frisian Drew-Plants dann in das Beet unter den beiden Apfelbäumen eingepflanzt. Trotz eines eher mäßigen Sommers gediehen die Pflan­zen sehr gut. Wegen der