Hans Georg Behr – Helden der Hanfscene

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System war dem Österreicher und Wahl-Ham­burger Hans-Georg Behr nur wirklich wichtig, wenn es um seine wahrlich beeindruckende Sammlung von Daten und Infos zum Thema Cannabis und Drogen ging. H.-G. Behr gehört zu den ersten Autoren in Deutschland, die klar auf den Punkt brachten, worum es über­haupt ging: »Von Hanf ist die Rede« (erschie­nen 1982 im Sphinx-Verlag) wurde zu den grundlegendsten Abhandlungen über dieses Thema und zählt zu den Klassikern der Hanf-und Drogen-Literatur des 20. Jahrhunderts. Im November letzten Jahres wurde Hans-Georg Behr deshalb mit dem Internationalen Can­nabis Cultur Award für seine Verdienste in der Hanfscene ausgezeichnet.

Behr studierte Medizin, Psychologie und Ge­schichte. Als Journalist schrieb er unter ande­rem für Zeitschriften wie Der Spiegel, Die Zeit, Stern, oder GEO. Er veröffentlichte mehr als 20 verschiedene Bücher, die sich mit Gesell­schaft, Geschichte, Kunst, Medizin, Psycholo­gie, Politik, Reisen, Religion und vielem mehr auseinander setzen. Er reiste in viele Länder des Ostens und lebte sogar längere Zeit in Kathmandu in Nepal. Als bekennender Hanf­konsument trat er für die Entkriminalisierung von Cannabis ein.

(login oder registriere dich um links zu sehen)Nach einem Schlaganfall vor fünf Jahren war Hans-Georg Behr ans Bett gefesselt. Er war aber immer noch geistig aktiv und arbeitete bis zuletzt an seinem neuen Buch, das er nun leider unvollendet hinterlassen musste.

Am Ende seines Lebens konnte H.-G. Behr auf ein halbes Jahrhundert Cannabis-Erfahrung zurückblicken, so wenig das für ihn auch von Bedeutung war. »Das ist der Zeit, Fluch und Segen zugleich, daß sie uns durch die Finger rinnt wie sonst nichts …«

Am Mittwoch, den 7. Juli 2010, ist Hans-Georg Behr im Alter von 73 Jahren verstorben.

Wer mehr über die interessanten und teil­weise auch skurrilen Erlebnisse aus seinem Leben erfahren möchte, dem empfehlen wir u. a. seinen Roman: Fast ein Nomade.

Darin haut der junge Behr mit 16 Jahren aus dem Stiftsgymnasium nach Wien ab. Später reist er in die Schweiz, um den Buddhisten Hermann Hesse nach Siddharta zu befragen. Nach bestandener Matura reiste er nach In­dien und vermietete seinen Wohnungsteil dem Maler Hundertwasser. Behrs Weggang nach London wurde zur Reise in die Neue Zeit. Er freundete sich mit der zur neuen Weltkul­tur aufstrebenden Pop- & Rock-Szene an. John Lennon soll bei ihm 40 kg besten Afghanen eingelagert haben. Ein Anlass für die Beatles, zahlreiche Partys in der Behrschen Absteige zu feiern …

Hans Georg Behr – 1937-2010 – Österreichischer Journalist – Psychologe & Freier Schriftsteller

– Fast ein Nomade:

ISBN-13: 978-3552053922 (Buch) oder ISBN: 978-3-86952-005-6 (Tonträger) gekürzte Lesung/Hans-Georg Behr. Gelesen von Peter Simonischek. Regie: Harald Krewer

Weitere interessante Veröffentlichungen von Hans-Georg Behr:

– Von Hanf ist die Rede,

Kultur und Politik einer Pflanze ISBN-13: 978-3861500933

– Weltmacht Droge : Das Geschäft mit der Sucht, ISBN 3-8118-3185-2

– Drogenpolitik in der Bundesrepublik, ISBN-13: 978-3499154409

– Fast eine Kindheit,

ISBN-13: 978-3833300493