Gründer der Firma Seedsman

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Die meisten in dieser Rubrik vorgestellten Hanfsamenbanken kamen bisher aus den Niederlanden. Für diese Ausgabe haben wir jedoch mit dem Gründer einer Hanfsamenbank in England gesprochen. Die rechtliche Situation für derartige Firmen ist nicht wirklich schlecht, zumindest erlaubt das Gesetz –im Gegensatz zu Deutschland – den Handel mit Hanfsamen, so lange sie nicht für illegalen Anbau bestimmt sind. Noch wird Cannabis als Stufe B-Droge geführt und steht damit auf einer Stufe mit Ecstasy. Wenn aber, und das hoffen viele britische Hanffreunde, Cannabis im nächsten Jahr auf Stufe C zurückgestuft wird, würde dies bedeuten, dass Hanfkonsum nicht mehr behördlich verfolgt werden muss. Gute Aussichten für die englische Hanfbranche … Für unser Interview unterhielten wir uns mit Tom, dem Gründer der Firma Seedsman.

grow! Was hat dich motiviert, eine Hanfsamenbank zu gründen?
Tom: Meine Kollegen und ich waren schon Jahre zuvor wahre Cannabis-Enthusiasten. So beobachten wir schon lange interessiert den internationalen Hanfsamenmarkt. Dabei ist uns aufgefallen, dass das Saatgut oft kopiert unter neuen Namen auf den Markt gebracht wird. Und dabei werden auch noch enorme Preise verlangt. Wir wollen gute Genetik anbieten zu einem fairen Preis. Das hat uns letztendlich bewegt, selbst ins Business einzusteigen.

grow! Baut ihr eure Samen selbst an oder kauft ihr die irgendwo ein?
Tom: Im Moment ist es so, dass wir die Produktion unserer Samen an erfahrene Grower abgegeben haben. Einige von ihnen wohnen in Ländern (wie Süd-Afrika, Kalifornien), wo es noch die ursprünglichen Cannabissorten gibt. Einer von ihnen ist „Sam The Skunkman“, der in den späten 70ern den Skunk #1 von Kalifornien nach Holland gebracht hat, wo bis dato nur „Nederwiet“ bekannt war. Wir sind stolz darauf, von so einem erfahrenen Grower mit Genetik versorgt zu werden.

grow!Woher hast du dein Wissen über Cannabis?
Tom: Ich habe in meiner Studentenzeit viel über den Cannabisanbau in Büchern und Magazinen gelesen. Außerdem haben mir die Gespräche mit den verschiedenen Growern und letztendlich die eigene Praxis viel geholfen, die Eigenarten von Cannabis zu verstehen.

grow! Wie viele Sorten bietet ihr an?
Tom: Wir bieten 13 unterschiedliche Cannabis- Sorten an, von denen sechs reinerbig sind (also Sorten, deren Nachkommen die selben Eigenschaften besitzen wie sie selbst), fünf F1 Skunk-Hybriden und zwei F1 Haze-Hybriden.

grow! Was sind deine persönlichen Favoriten?
Tom: Das ist schwer zu sagen, weil die unterschiedlichen Sorten mich zu unterschiedlichen Tages- bzw. Jahreszeiten ansprechen. So bevorzuge ich tagsüber das zerebrale High der afrikanischen Sativas, während die Skunk-Sorten wie Skunk #1, Durban Skunk eher was für den Abend sind, wenn ich abschalten und chillen will. Obwohl ich relativ selten die Indica-Sorten rauche (von der wir die Sorten Hawaiian Skunk und Hindu Kush Skunk im Programm haben), mag ich sehr das von ihnen produzierte Haschisch, denn ihr Blubble Hash gehört zu den besten der Welt.

grow! Wohin verkauft ihr eure Hanfsamen?
Tom: In erster Linie hier auf der Insel, aber auch an Kunden in anderen Ländern. Die einzigen Länder, in denen wir keine Kunden beliefern können, sind Deutschland und die USA. Für alle anderen Länder suchen wir auch Großhandelspartner (bei Interesse bitte melden).

grow! Hattest du schon mal Probleme mit der Polizei?
Tom: Nein, noch nie.

grow! Wie schätzt du die rechtliche Situation in England ein? Wird es einfacher für dich?
Tom: Es gibt bereits jetzt einen Markt für Hanfsamen in England. Die Abstufung von Cannabis als Stufe C-Droge ist sicherlich der richtige Weg. Gleichzeitig werden aber die Höchststrafen für Stufe C-Drogen von 12 auf 14 Jahren angehoben. Was sich in Bezug auf den Eigenanbau entwickeln wird, ist derzeit noch nicht absehbar.

grow! Hast du noch einen guten Tipp für unsere LeserInnen parat, was das Thema Seeds und Growing betrifft?
Tom: Ein kleiner Rat könnte sein, dass man sich nicht von überhöhten Preisen täuschen lassen sollte, sie bedeuten nicht automatisch, dass auch die Qualität hoch ist. Man kann sich im Internet in diversen Foren über die Erfahrungen anderer GrowerInnen mit einer Hanfsamenbank informieren. Außerdem rate ich, sich gut zu informieren, bevor man „weibliche“ Samen kauft. „Weibliche“ Samen können gute Ergebnisse erzielen, doch leider wird oft „weibliches“ Saatgut verkauft, das in erster Linie Zwitter (Hermaphroditen) produziert, was oft unbemerkt geschieht.