Der „Vater“ von White Widow – Interview mit Ingemar

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Wer von euch hat nicht schon mal von ihr gehört: von White Widow. Kaum eine andere Hanfzüchtung hat in den vergangenen Jahren mehr Populari­tät erlangen können, als die „Weiße Witwe“. Auf zahlreichen Hanf Cups konnte sie immer wieder begeistern und ihren legendären Ruf ausbauen. Hinter dem Geheimnis dieser Pflanze steckt der Vater von White Widow. Sein Name ist vielen Züchtern ein Begriff, wirklich kennen gelernt haben ihn nur wenige: Ingemar.

grow! Hallo Ingemar! Du giltst als „Vater von White Widow“. Würdest du das auch so se­hen?

Ingemar: Ja, das könnte man so sagen. Ich habe eine Pflanze gezüchtet, die unter dem Namen White Widow bekannt geworden ist.

grow! Stammt der Name auch von dir?

Der Vater von White Widow01Ingemar: Auf den Namen kam ein guter Freund von mir, inspiriert durch ein Tattoo von einer Black Widow (Schwarzen Witwe).

grow! Also doch von der Spinne!

Ingemar: Ja, der Name kommt von der Spinne…

grow! Und „White“, weil sie voller Kristalle ist..?!?

Ingemar: Genau, sie stellt die erste Vertre­terin der sogenannten „White-Familie“ dar. Später kamen dann Sorten wie White Shark dazu.

grow! Und was ist das besondere an White Widow, welche Genetik steckt dahinter?

Ingemar: Das ist natürlich ein Geheimnis! Ich kann dir nur soviel sagen: Entstanden ist sie aus nur zwei Hanfssamen, die ich ange­pflanzt und sechs Jahre lang genetisch stabi­lisiert habe, bevor sie miteinander gekreuzt wurden.

grow! Wo hast du die Samen her?

Ingemar: Die Samen habe ich aus sehr gu­ten, handgeriebenen Haschisch heraus ge­sammelt. Daraus habe ich Pflanzen gezogen, die ich wie erwähnt sechs Jahre lang durch Se­lektion immer wieder verbessert und stabili­siert habe.

grow! Wie genau bis du vorgegangen?

Ingemar: Zu der Zeit war der Cannabisanbau in den Niederlanden noch weniger ein Pro­blem. Für die Saatgutgewinnung konnte le­gal angebaut werden. Ich hatte Felder, wo ich mehrere tausend Pflänzchen aussetzen konn­te, um die besten unter ihnen herauszuselek­tieren.

grow! Worauf legst du dabei dein Augen­merk?

Ingemar: Ich beschäftige mich mit Cannabis, weil es für viele Menschen eine wichtige Me­dizin darstellt. Ich züchte ausschließlich für die medizinische Anwendung. Das heißt, ich habe über 15 Jahre hinweg mit verschiedenen Patienten zusammen gearbeitet. Ich gab ih­nen ihre Medizin — kostenlos natürlich — und sie berichteten mir über die Wirkungsweisen der einzelnen Hanfsorten bei verschiedenen Krankheiten. Die Zusammensetzung der Wirk­stoffe kann stark variieren, was dazu führt, das bestimmte Hanfsorten bei bestimmten Leiden besondere Linderung versprechen. Ne­ben den vegetativen Eigenschaften wie guter Wuchs, Schimmelresistenz und hoher Ertrag, lege ich also bei der Selektion besonderen Wert auf die Wirksamkeit als Heilmittel.

grow! Seit wann beschäftigst du dich mit Cannabispflanzen?

Ingemar: Seit 1980, ich war damals 20 Jahre alt, als ich die ersten Samen in die Finger be­kam. Und seit dem arbeite ich mit Cannabis-pflanzen, täglich zwischen 8 und 9 Stunden. Während dieser langen Zeit begann ich zu verstehen, was Cannabispflanzen brauchen, um sich wohl zu fühlen und sich gut zu entwi­ckeln. So stellte ich fest, dass es mindestens sechs Jahre dauert, bis sich aus Hanfsamen eine genetisch stabile Sorte entwickelt.

grow! Und du baust hauptsächlich draußen an?

Ingemar: Ja, das mache ich schon seit Jah­ren. Die Pflanzen, die du draußen stehen siehst, sind von Samen, die im letzten Herbst auf die Erde gefallen sind. Seit Februar wach­sen sie nun.

grow! Trotz Frost und schlechten Wetter?

Ingemar: Ja, sie sind die stärksten Hanf-pflanzen, die du finden kannst. Sie haben sich mittlerweile so gut an unser Klima angepasst, das selbst Frost ihnen nichts mehr