Cannabis sativa und indica: Unterschiede in der Zusammensetzung

No Comments
 
 

Art und Weise mit der Zusammensetzung der Pflanzen korrelieren.
Untersuchungen zur chemischen Zusammensetzung
Frühere Untersuchungen haben bereits er geben, dass der Gehalt an den wichtigsten Cannabinoiden THC und CBD keinen relevanten Aufschluss zur Unterscheidung zwischen Cannabis sativa und indica liefert. In den Sorten beider Varianten sind die THCKonzentrationen heutzutage im Allgemeinen hoch und die CBD-Konzentrationen sehr niedrig. Dies bestätigt auch die neue Untersuchung von Bedrocan und der Universität Leiden. Wie die Tabelle 1 zeigt, unterscheiden sich die beiden Sorten White Widow (indica) und Amnesia (sativa) nicht relevant in ihrem THC- und CBD-Gehalt.
Wie haben die Forscher die Daten gewonnen? Sie haben 10 Coffee-Shops in vier großen niederländischen Städten (Amsterdam, Utrecht, Groningen und Maastricht) zweimal besucht und Proben der Sorten White Widow (Indica-dominant) und Amnesia (Sativa-dominant) gekauft. Daneben wurden die offiziell in niederländischen Apotheken erhältlichen Sorten Bedrocan, Bedrobinol und Bedica unmittelbar vom Hersteller erworben und analysiert. Die Ergebnisse sind in den Tabellen 1 und 2 dargestellt. Es wurden alle Cannabinoide und Terpene in den Tabellen aufgelistet, die bei mindestens einer Cannabissorte in einer Konzentration von mindestens o,5 mg pro Gramm nachgewiesen wurden.
Ursprünglich wollten die Untersucher 40 Cannabisproben für die Studien aus den Coffee-Shops gewinnen (10 Coffee-Shops, 2 Sorten, 2 Besuche). Allerdings war das gewünschte Produkt in fünf Fällen nicht verfügbar, so dass die Werte in Tabelle i auf 17 White-Widow- und 18 Amnesia-Proben beruhen. Insgesamt waren 28 Substanzen in einer Konzentration von mindestens o,5 mg pro Gramm enthalten. Eine Substanz konnte nicht sicher identifiziert werden, sie sei jedoch vermutlich ein Cannabinoid. In den Tabellen ist sie als »unbekannte Substanz« bezeichnet. Insgesamt wurden 20 Terpene und 7 (beziehungsweise 8) Cannabinoide aufgelistet.
Die Proben aus den Coffee-Shops
Die Terpen-Zusammensetzung gibt einige Hinweise auf mögliche Wirkungsunterschiede zwischen der Sativa- und der IndicaSorte. So weist White Widow eine doppelt so hohe Konzentration an Alpha-Pinen wie Amnesia auf. Alpha-Pinen könnte dafür verantwortlich sein, dass die Störung des Kurzzeitgedächtnisses durch THC bei der Indica-Sorte nicht so stark ausfällt wie bei der Sativa-Sorte, weil dieses Terpen dieser THC-Wirkung entgegengewirkt. Amnesia könnte daher mehr Amnesie = Gedächtnisverlust verursachen. White Widow enthält zudem viermal mehr Myrcen als Amnesia. Dieses Terpen ist für seine sedierenden Wirkungen, also eine charakteristische Sativa-Eigenschaft, bekannt.
Betrachtet man die Substanzen, so lässt sich festhalten, dass die Amnesia-Proben vor allem durch das Vorkommen der drei Terpene Alpha-Guaien, Gamma-Selinen und Terpinolen charakterisiert sind, die nicht in White-Widow-Sorten nachgewiesen wurden. Die Konzentrationen von Beta-Caryophylen sowie der Cannabinoide THCV (Tetrahydrocannabivarin), CBC (Cannabichromen) und vor allem CBG (Cannabigerol) sind deutlich höher in Amnesia als in der Indica-Sorte. Demge-genüber wiesen die White-Widow-Sorten si-gnifikant höhere Konzentrationen an Myrcen und Alpha-Pinen auf. White Widow enthält zudem einige Terpene, die nicht in Amnesia vorkommen, nämlich Guaiol, Beta-Eudesmol, Gamma-Eudesmol und Alpha-Bisabolol.
In drei Fällen zeigte die chemische Analyse, I dass die erhaltenen Proben wahrscheinlich nicht von der gewünschten Sorte waren. Die Autoren vermuten, dass im Coffee-Shop möglicherweise eine Verwechslung aufgetreten ist. Zusammenfassend halten die Wissenschaftler fest, dass es möglich ist, auf der Basis von 28 Bestandteilen zwei unterschiedliche Cannabis-Sorten, die bei Freizeitkonsumenten weit verbreitet sind, chemisch zu unterscheiden. Allerdings können die Abweichungen bei einzelnen Bestandteilen mehr als 25 Prozent betragen. Beispielsweise kann die CBG-Konzentration in White Widow erheblich schwanken, also einmal 0,3 und ein anderes Mal 0,7 Prozent betragen.
Unterschiede zwischen Proben aus Coffee-Shops und Apotheken
Drei verschiedene Cannabis-Sorten, die in niederländischen Apotheken auf Rezept erhältlich sind, wurden ebenfalls untersucht (siehe Tabelle 2). Es wurden von jeder Sorte drei Proben analysiert und die Mittelwerte bestimmt. Obwohl die Sorten Bedrobinol und Bedica einen unterschiedlichen genetischen Hintergrund haben, ähneln sie der Sorte White Widow. In der Tat stammt Bedica wie White Widow genetisch von einer Indica-Sorte ab. Es ist unklar, warum auch Bedrobinol der Sorte White Widow ähnelt, denn Bedrobinol stammt von einer Haze-Varietät ab, die einen großen Anteil von Sativa-Genetik besitzt. Eine mögliche Erklärung ist die Tatsache, dass Be-drobinol insgesamt einen sehr geringen Anteil an Terpenen aufweist.
Bedrocan ist zurzeit die beliebteste Can-nabissorte in den Niederlanden für die