Cannabis sativa und indica: Unterschiede in der Zusammensetzung

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Die medizinische Verwendung von Cannabis nimmt weltweit zu. Dabei stellt sich eine wichtige Frage: Welche Cannabissorten für die medizinische Verwendung verfügbar gemacht werden sollten, beziehungsweise welche der verfügbaren mehr als 700 verschiedenen Varietäten bei welchen Erkrankungen wirksam sind. Bisher ist weitgehend unklar, ob bekannte Einteilungen der Sorten relevante Unterschiede in der chemischen Zusammensetzung reflektieren. Es gibt einige Versuche, Cannabis auf der Grundlage seiner chemischen Zusammensetzung zu klassifizieren. Sie gehen aber nicht weit über eine Unterscheidung zwischen Faserhanf mit geringem THC-Gehalt und Drogenhanf mit hohem THC-Gehalt hinaus. Die biologisch aktive Gruppe der Terpene (ätherische Öle) wurde bei diesen Versuchen der Einteilung bisher nicht berücksichtigt. Erstmals haben Wissenschaftler des niederländischen Unternehmens Bedrocan und der Universität Leiden versucht, Charakteristika verschiedener Sorten an Hand von 28 Inhaltsstoffen (Cannabinoide und Terpene) zu ermitteln. Dazu haben sie im ersten Schritt fünf Sorten ausgewählt, darunter zwei bekannte Sorten aus niederländischen Coffee-Shops, die Sativa-dominante Sorte Amnesia oder Shining Silver Haze sowie die Indica-dominante Sorte White Widow, Cannabis sativa und indicasowie drei Sorten der Firma Bedrocan, darunter die Sorte Bedrocan, die ursprünglich aus der Sorte Jack Herer, eine leicht Sativa-dominante Hybride, gezüchtet wurde, und die Sorte Bedica, die von einer Indica-dominanten Sorte abstammt.

Klassifikationssysteme
Anfang der siebziger Jahre des letzten Jahrhunderts wurde von einer Gruppe von amerikanischen Wissenschaftlern erstmals eine Unterteilung in Cannabis-Typen auf der Grundlage von Unterschieden in ihrer Cannabinoid-Zusammensetzung vorgenommen. Sie unterschieden auch erstmals zwischen den THC-reichen Drogenhanf-Typen und den THCarmen Faserhanf-Typen. Dieser Ansatz wurde später von anderen Autoren fortgeführt. Jüngst entstand auch eine Einteilung in fünf verschiedene Cannabis-Typen, ebenfalls auf der Basis der relativen Zusammensetzung von drei wichtigen Cannabinoiden. Meistens steht bei der Einteilung die Konzentration der beiden Cannabinoide THC und CBD im Vordergrund. So weisen Faserhanf-Sorten, die in der Europäischen Union angebaut werden dürfen, eine maximale THC-Konzentration von 0,2 Prozent des Trockenmaterials im oberen Pflanzendrittel auf. Der Gehalt an nichtpsychotropem CBD (Cannabidiol) ist nicht festgelegt und liegt mit o,5 bis 2 Prozent oft höher als im Drogenhanf.
Cannabissorten, die aus medizinischen Gründen in offiziellen Programmen in Kanada, den Niederlanden und Israel verwendet werden, gehören zum Drogentyp mit hohen Kon-zentrationen des biologisch aktiven THC. Auch wenn Faserhanf nicht häufig für medizinische Zwecke verwendet wird, so enthält er doch biologisch aktive Substanzen, wie vor allem CBD.
In der jüngeren Zeit ist das Interesse an anderen biologisch aktiven Substanzen in der Cannabispflanze gewachsen, darunter vor allem an den Terpenen. Diese ätherischen Öle sind nicht spezifisch für Cannabis, tragen je-doch offenbar zur Gesamtwirkung bei. Alle wichtigen Terpene im Hanf, darunter Myrcen, Alpha-Pinen und Beta-Caryophylen, kommen auch in vielen anderen Pflanzen vor.
Sativa und Indica
Die häufigste Klassifizierung in Abhängigkeit von der Pflanzen-Morphologie ist die Unterteilung in Cannabissorten vom Indica-Typ mit geringerer Wachstumshöhe und breiteren Blättern und in solche vom Sativa-Typ, die höher wachsen und schmalere Blätter aufweisen.

Indica-Pflanzen reifen unter ähnlichen Wachstumsbedingungen schneller heran als SativaTypen. Sie tendierten auch zu einem etwas anderen Geruch, was ein Hinweis auf eine unterschiedliche Terpen-Zusammensetzung ist, denn der Geruch von Cannabispflanzen basiert auf ihrer Zusammensetzung an ätherischen Ölen.
Das Sativa-High wird oft als stimulierend  und energetisierend beschrieben. Die Wirkungen werden als Kopf-High charakterisiert. Es können halluzinogene Effekte auftreten. Sativa-Sorten vermitteln ein Gefühl von Optimismus und Wohlbefinden. Auch wenn Indica-Sorten allgemein mehr THC enthalten sollen, so gibt es heute reine Sativa-Typen mit sehr hohen THC-Konzentrationen. Sativas sollen besser für den Konsum am Tag geeignet sein.
Demgegenüber werden die Indica-Wirkungen mit dem Begriff Körper-High charakterisiert. Indica-Sorten werden vor allem zur Entspannung, Stressreduzierung und für ein allgemeines Gefühl von Ruhe und Gelassenheit verwendet. Sie werden gern abends und bei Schlaflosigkeit konsumiert.
Bisher wurde nicht wissenschaftlich bestätigt, ob solche subjektiven Beschreibungen in irgendeiner