Cannabis als medizin legal? mitnichten – wie eine zeitungsente entsteht

No Comments
 
 

Bundesregierung die Ergebnisse wissenschaftlicher Studien nur dann akzeptiert, wenn deren Ergebnisse zum politischen Programm passen. Die Studien zu Sativex sind eindeutig, in Kanada ist es bereits seit 2005 zugelassen. Nachdem das Vereinte Königreich und Spanien dem deutschen Hersteller nun auch Grünes Licht gegeben haben, könnte eine Ver­weigerungshaltung der Bundesregierung zu einer Klage von Bayer führen. Die wird jetzt verhindert, indem das Betäubungsmittelgesetz dahingehend geändert wird, dass der Sativex-Hersteller zufrieden ist, natürliches Cannabiskraut für Patienten aber immer noch illegal bleibt. Weder das Interesse am Wohl der Patienten noch wissenschaftliche Erkenntnisse tragen hier zur Meinungsbildung bei, Mark­tanteile, Patentrechte und Profite werden weithaus höher angesie­delt. Eine für alle einfach und billig anzubauende Pflanze stört da nur.

Die Zulassung von Sativex ist mit Sicherheit ein wichtiger Meilenstein in der Cannabinoid-Medizin, viele Patienten werden durch das neue Mundspray an Lebensqualität gewinnen. Aber: Andere Länder lassen ihre Cannabis- Patienten wählen, ob sie natürliches Kraut oder lieber ein standartisiertes Präperat einnehmen wollen.

Cannabis als Medizin in Deutschland: Wer profitiert, wer verliert?

Wer wäre der wirkliche Verlierer, wenn Deutschland die Behandlung mit medizinischem Cannabis ohne großen bürokratischen Aufwand, ähnlich wie in Spanien, den USA, Tschechien oder Kanada, zuließe? Jugendliche, die dauerbekifft mit einem gefakten Rezept auf der Strasse gammeln? All die Cannabis-Gefährdeten, die dann einen gesellschaftlichen und sozialen Komplettabsturz erleiden würden?

Wohl kaum, die wahren Verlierer hießen Avensis, Novartis, Hexal, Bayer oder Astra-Zeneca, um nur einige zu nennen. Der Plan der Pharma-Riesen, die vielen nützlichen Cannabinoide zuerst zu synthetisieren und dann zu verkaufen, nimmt konkrete Formen an, während die beauftragten Lobbyisten im Bundestag die Zulassung und Kostenübernahme von pflanzlichen Cannabis so lange zu verhindern wissen, bis man mit künstlich hergestellten Cannabinoi­den genauso viel Geld verdienen kann, wie mit herkömmlichen Arzneimitteln.

Kürzlich hat die BARMER-Ersatzkasse eine Liste mit den zehn teuersten Medikamenten in Deutschland veröffentlicht. Fünf dieser Medikamente lindern die Symptome bei MS, zwei helfen gegen Rheuma, eins gegen Asthma, eines gegen Krebs und eines gegen Magenleiden.

Gerade bei MS sind alle Medikamente Symptomlinderer, bekämpfen also nicht die Ursache der Krankheit. Auch bei Rheuma, Krebs und Asthma gibt es zahlreiche Studien, die Cannabis eine heilende oder lindernde Wirkung zuschreiben. Das teurste Medikament von allen, Humira, wird neben der Rheumabehandlung auch zur Behandlung von Morbus Crohn eigesetzt, bei dieser entzündlichen, chronischen Darmerkrankung gibt es ebenfalls seit Jahren anerkannte Cannabis-Patienten in Deutschland. In anderen Ländern ist Morbus Crohn als Indikation für Cannabis-Medizin ebenso anerkannt. Sicherlich wären nicht alle diese High-Tech Medikamente einfach mal schnell durch Cannabis zu ersetzen, aber gerade bei denen, die lediglich die Symptome der betreffenden Krankheit lindern, könnten pflanzliche Cannabinoide eine kostengünstige Alternative darstellen, wie viele Patienten in anderen Ländern beweisen. Und zwar ab sofort und vor allen Dingen kostengünstig und effektiv.

Stellungnahme der „Arbeitsgemeinschaft Cannabis als Medizin“

„Die Mitteilung der FDP ist irreführend, denn für Patienten, die von einer Therapie mit Cannabisprodukten profitieren, ändert sich zunächst nichts. Das Bundeskabinett will keine Änderung des Betäubungsmittelgesetzes, sondern hat lediglich beschlossen, dass Medikamente auf Cannabisbasis arzneimittelrechtlich zugelassen werden dürfen, wenn ein pharmazeutischer Unternehmer einen sol­chen Antrag stellt. Die Schaffung einer solchen Möglichkeit sollte eigentlich eine Selbstverständlichkeit für die Zulassungsbehörden sein. Ein Zulassungsantrag wurde nach Angaben des britischen Unternehmens GW Pharmaceuticals für sein Cannabisextrakt Sati­vex in verschiedenen europäischen Ländern für die Behandlung der Spastik bei multipler Sklerose gestellt. Das Unternehmen rechnet mit einer Zulassung für diese Indikation in Deutschland im Jahr 2011. Patienten mit anderen Erkrankungen, wie chronische Schmerzen oder Appetitlosigkeit und Übelkeit bei Krebs haben auch dann keinen Zugang zu entsprechenden Medikamenten. „