Cannabis als medizin legal? mitnichten – wie eine zeitungsente entsteht

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Research Reviews „bereits über 15.000 Studien oder wissenschaftliche Arbeiten zur Cannabis oder zu Cannabinoiden vor, nach Angaben von NORML-Direktor Paul Armen­tano sind es mittlerweile über 20.000.

Dennoch: Sativex brauchte nach der Zulassung in Kanada weitere fünf Jahre und weitere Studien, um auch in zwei EU-Ländern zuge­lassen zu werden, Dronabinol gilt trotz höchster Dringlichkeit immer noch nicht als verkehrsfähig. Die Verantwortlichen verweisen regel­mäßig auf angeblich nicht vorhandene Studien. Die aber gibt es, allein seit 2005 gab es 37 kontrollierte Studien zu therapeutischen Einsatz von Cannabinoiden:

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Neun davon belegen eine Linderung von Spastiken bei Multiple Sklerose, vier eine Symptomlinderung und Appetitsteigerung bei HIV/AIDS; weitere vier dokumentieren die Linderung von chronis­chen Schmerzen, zwei behandeln die Wirkungen von Cannabis bei Darm-Fehlfunktionen. Außerdem gab es zwei Studien zu Cannabis bei Übelkeit und Erbrechen, zwei zu Cannabis und Schizophrenie; eine zu Hanf bei Grünem Star sowie zwei zu weiteren Indikationen.

Was nicht passt wird ignoriert

Alle diese Studien belegen einen medizinischen Nutzen von natürli­chem Cannabiskraut und werden in Europa weitest gehend ignoriert. Eine kalifornische Doppel-Blind Studie zu „Cannabis bei Neuropathie“, die viel versprechende Ergebnisse erzielt hat, sieht in Cannabis bei diesem Krankheitsbild gar ein hochgradig wirksames Medikament mit geringen Nebenwirkungen.

Auch eine Reihe neuerer Studien zur Wirksamkeit von Cannabis gegen die Vermehrung von Tumorzellen oder die Wirkung von CBD bei Alzheimer hat in den USA bei Medizinern große Beachtung gefunden, während ein Großteil der Ärzteschaft hierzulande noch darüber grübelt, ob man einem Krebs-Patienten im Endstadium THC-haltige Tropfen verschreiben darf, ohne Ärger mit der Kasse zu bekommen.

Fehlende Studien sind lediglich eine Schutzbehauptung derer, die vom Verbot der natürlichen Cannabismedizin profitieren oder sie allein aus weltanschaulichen Gründen weiterhin illegaliseren wollen. Diese beide Gruppierungen bilden die unheilige Allianz, die deutsche Cannabinoidpatienetn seit Jahren über Maß leiden lässt. In den USA und Kanada, in denen es bereits seit einigen Jahren ein Gesetz zur medizinischen Verwendung von Cannabis gibt, haben die Verant­wortlichen erkannt, was in Europa mit wenigen Ausnahmen noch verhindert wird: Cannabinoidmedizin funktioniert nur, wenn eine Patient/in wählen darf, ob sie/er auf künstliche Cannabinoide, Fertig­präparate aus der Pflanze oder natürliches Cannabis zurückgreifen darf. Ob die starre Haltung in Deutschland am Regulierungs- und Normenwahn oder der allmächtigen Pharma-Lobby liegt, ist schwer zu sagen, Fakt ist: Der Cannabis-Patient ist und bleibt ein Patient zweiter Klasse, mit oder ohne die Gesetzesänderung.

Sativex in der EU und Kanada

Sativex, ein Mundspray aus natürlichem Cannabis, wurde Anfang Juli in Großbritannien und Spanien zugelassen.

Die Entwicklerfirma GW-Pharmaceuticals, eine Bayer-Tochter, stellt das Medikament aus Cannabisblüten, an einem geheimen Ort auf der Britischen Insel her, die dort von in die Jahre gekommenen „Profi-Growern“ angebaut werden. Sativex ist ein Vollpflanzenauszug, enthält also alle cannabinoidhaltigen Wirkstoffe der Ausgangspflanze, also anders als Dronabinol neben THC auch CBD und CBN.

Zeitgleich mit der Zulassung in Spanien plant die Bundesregierung, Fertigarzneien ab 2011 aus Cannabisextrakt verkehrs- sowie vers­chreibungsfähig zu machen. Jahrelang wurde diese Forderung vehe­ment abgelehnt, kam sie doch von Patientenvereinigungen oder und anderen finanzschwachen Gruppen und Interessensvereinigungen ohne oder mit zu kleiner Lobby. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt.

Natürliches Cannabiskraut hat in Deutschland immer noch keine Chance auf eine Zulassung, selbst wenn es wie in den Niederlanden so gezüchtet wird, dass es mit einen standardisierten Fertigpräparat vergleichbar ist, jedoch weitaus kostengünstiger. Die Behandlung mit Sativex ist in Kanada, wo das Medikament seit 2005 verfügbar ist, immer noch um ein Vielfaches teurer als das Cannabiskraut, das man als Patient entweder selbst anbauen oder von der dortigen Gesundheitsbehörde beziehen kann.

Dieser Schritt beweist wieder einmal, dass die